Eisbär Mika im Karlsruher Zoo begeistert Besucher
Shownotes
In der aktuellen Folge „Eisbär Mika im Karlsruher Zoo begeistert Besucher“ des BNN-Podcasts "Eis, Eis, Baby" berichten Zoodirektor Matthias Reinschmidt und Pressesprecher Timo Deible über die erste Woche des kleinen Eisbären Mika mit Besuchern.
Erfahrt, wie die Zoobesucher auf den neuen Star reagieren, welche Maßnahmen der Zoo zur Besucherlenkung ergreift und wie Mika spielerisch beschäftigt wird. Zudem geben die beiden Einblicke in die natürliche Aufzucht durch Mutter Nuka und die wissenschaftliche Beobachtung des Eisbärenverhaltens. Eine spannende Episode für alle Tierfreunde und Zoobegeisterte!
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Redaktion: Tina Mayer | Produktion: Marcel Oertel | Postproduktion: Lucas Pflaum
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Und damit herzlich willkommen zu Eis-Eis-Baby, dem Eisbär-Podcast der Badischen Neuesten Nachrichten mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Pur. Mein Name ist Tina Meyer, ich bin Redakteurin bei den Badischen Neuesten Nachrichten und heute wieder im Büro des Karlsruher Zoodirektors Matthias Reinschmidt. Wir haben es im Einspieler gerade gehört, seit letzter Woche ist der kleine Eisbär Mika auch für die Zoobesucher zu sehen. Wie das angelaufen ist, verraten uns der Zoodirektor und Pressesprecher Timo Deiple. Hallo Herr Reinschmidt, hallo Herr Deiple. Hallo. Herr Reinschmidt, Sie waren ja auch am Wochenende im Zoo und da natürlich auch am Eisbärgehege unterwegs. Wie war das so? Ich habe mir natürlich das erste Wochenende nach der Eröffnung unseres kleinen Eisbärs auch eingetragen und wollte auch einfach miterleben, hautnah miterleben, wie die Besucher den kleinen Eisbär finden, das annehmen und wo müssen wir vielleicht noch nachjustieren. In unseren Überlegungen funktioniert alles so, wie wir uns das vorgestellt haben, auch mit der Warteschlange und mit dem Security-Dienst, den wir haben und von den sechs Stunden Öffnungszeit beim Eisbär war ich mindestens fünf dabei gestanden und habe das auch aufgenommen, alles mit Haut und Haaren sozusagen und auch ein bisschen Potenzial gesehen, sich zu verbessern. Wo sehen Sie dieses Potenzial, sich zu verbessern? Beispielsweise habe ich mich an unterschiedlichen Positionen aufgestellt, um einfach da die Besuchermeinung aufzunehmen und ich wurde dann oft gefragt, bin ja auch, wer mich nicht kennt, er kennt mich zumindest als Zoo-Mitarbeiter an meiner Jacke und wurde da auch ganz viele Dinge gefragt, beispielsweise, oh je, die Schlange ist aber lang, wie lange dauert dann das? Da habe ich gesagt, noch 15 Minuten etwa und ach, das ist ja gar nicht so lange, dann kann man sich ja anstellen. Es ist natürlich hier im Fünf-Minuten-Rhythmus sind immer wieder 50 Leute reingelassen worden und da sieht so eine Schlange mit 150 Leuten natürlich schnell lang aus, weil wir sie auch relativ schmal haben, also die Schlange sieht länger aus, wie das die Wartezeit nachher dadurch ist und das war natürlich auch eine schöne Erkenntnis und was wir jetzt machen müssen, noch ein bisschen nachbessern, auch da mal noch ein Schild hinstellen, ab hier noch 15 Minuten Wartezeit, dass die Menschen das auch gleich direkt einschätzen können einfach. Ja, Herr Deible, Sie wollten da auch gerade was sagen? Also, ich kann das alles komplett nachvollziehen, eins kann ich aber überhaupt nicht nachvollziehen, dass es Leute geben soll, die dich nur an deiner Dienstkleidung erkennen. Ich glaube, das ist ja eher im Promille-Bereich. Ich weiß auch nicht so ganz, von wem am Wochenende mehr Fotos gemacht worden sind. War es der Eisbär oder der Zoodirektor, der dann überall zum Selfie gebeten wurde? Also, es ist richtig toll gelaufen und gerade, dass er dann Dienst gehabt hat, ist bei den Besuchern ganz, ganz toll angekommen und da merkt man natürlich auch, dass er super bekannt ist, dass er super beliebt ist und dass die Leute wirklich sich so gefreut haben, dass sie nicht nur ein Eisbär sind, sondern dass da auch noch der Zoodirektor höchstpersönlich stand. Ja, in der Tat wurden ein paar Fotos von mir auch gemacht. Das mache ich natürlich auch immer gerne, wenn ich nach einem Selfie gefragt werde. Ja, das ist ja auch immer positiv, muss ich sagen. Die Menschen kommen immer mit einem Lächeln auf einen zu und ja, das gebe ich natürlich gerne zurück und dann machen wir natürlich auch ein Erinnerungsfoto. Aber es war schon der Eisbär im Mittelpunkt, das will ich schon so sagen und was mir aufgefallen ist, die Menschen kommen voller Erwartung rein und dieses Anstehen auch in der Schlange, teilweise 15 Minuten, teilweise 15 Minuten, morgens war es ein bisschen kürzer, da haben wir auch 10 Minuten Abstände dann gemacht, also dass die Menschen 10 Minuten beim Eisbär bleiben konnten. Danach sind wir auch 5 Minuten gegangen, sobald eben die Schlange länger wurde. Da können wir ja auch ein bisschen regulieren und unter der Woche, letzter Woche war es sogar so, dass wir einfach den Durchgang auch ermöglichten, den ganzen Tag, solange nicht mehr als 50 Leute vorm Gehege aufhalten, war das eigentlich alles easy. Aber wie gesagt, das Wochenende, das war wirklich ein tolles, hat mir wirklich auch riesigen Spaß gemacht und ganz viele Fragen wurden aber gestellt, vor allem auch, ist das die Halbhöhle, in der Nuka eben den Nachwuchs zur Welt brachte? Ja, genau und ich konnte da auch wirklich viel Wissen vermitteln, interessiertes Wissen auch von kleineren Kindern, von größeren, also von Alten, egal, es kam ja vom kleines Kind bis zur Oma alle und dann den Eisbär sehen. Schön. Aber ich glaube, das ist auch so ein Fazit, das wir jetzt nach der ersten Woche ziehen können, flexibel sein ist sehr, sehr gut, dass wir einfach ein bisschen uns dran anpassen können, wie die Besucherströme sind, wann besonders viel kommen, wann ein bisschen weniger und ich glaube, das ist aber auch was, was man den Leuten nochmal mitgeben kann. Also wer natürlich wirklich nur kurz hin will, da passt das alles auch, wenn man am Wochenende ein bisschen später kommt, aber wer einfach ein bisschen länger den Eisbär beobachten möchte, der kommt am besten unter der Woche und relativ früh am Morgen, dann hat man vielleicht auch die Möglichkeit, zehn Minuten da zu sein oder auch sich vielleicht nochmal anzustellen. Das ist genau das, da darf ich jetzt gleich einhaken, denn es gab wirklich Leute, einer beispielsweise ist aus Köln angereist, ein Hobbyfotograf, der halt Eisbären gerne fotografiert, aber auch andere Zootiere, ich kann ihn gerade zitieren, am Samstag war der fünfmal, hat er die Runde gemacht, am Sonntag war er ja auch noch da, hat also hier übernachtet in Karlsruhe und hat mir dann auch gesagt, ja eigentlich wäre der Attelopus-Frosch im Exotenhaus ja die viel größere Sensation, das seien dann die Einzigen in ganz Europa, die solche Frösche haben, aber er ist natürlich wegen den Eisbären da, aber den hat er auch fotografiert und auch am Sonntag war er fünfmal, hat er die Runde gemacht und hat sich das alles angeschaut. Also eine tolle Resonanz und nicht nur aus Köln, es waren aus Gelsenkirchen, ich habe mit vielen Leuten geredet, aus der Schweiz, verschiedenen Leuten, einer hat sogar gesagt, wir kennen uns noch aus Teneriffa, ich bin jetzt extra aus Teneriffa hierher geflogen, um den kleinen Eisbär zu sehen, ich habe die Dame nicht mehr erkannt, aber sie wohnt auf Teneriffa und so kommen die Menschen wirklich auch überall her, aus Stuttgart waren ganz viele da, habe ich natürlich gesagt, ja ihr habt ja keine Eisbären mehr in Stuttgart, wenn ihr Löwen sehen wollt, müsst ihr nach Stuttgart gehen, wenn ihr Eisbären sehen wollt, dann geht ihr nach Karlsruhe, so habe ich das dann aufgelöst und das sind natürlich alles tolle Reaktionen gewesen und das Schönste für mich war, als die Besuchszeit rum war und er gesagt hat, so jetzt gehen Sie bitte weiter, ja dann sind die alle mit einem Lächeln reingegangen und es gab überhaupt keine Komplikationen, nicht einer hat sich gewehrt, die waren alle dankbar, dass sie eben den Eisbär sehen konnten und ja, das war ein tolles, harmonisches Wochenende für Besucher, aber auch für den Zoodirektor. Sind denn auch alle zum Zuge gekommen, ich war jetzt vorhin kurz am Gehege und da war er tatsächlich, 20 Minuten oder so war ich da, da war der Kleine nicht zu sehen, also kamen auch welche und mussten dann unverrichtete Dinge wieder gehen am Wochenende? Das gab es auch, es waren zwei Runden nach fünf Minuten, wo eben Luca sich zurückgezogen hatte mit Mika im Innenbereich, da waren natürlich ein paar Leute enttäuscht, aber ich habe ihnen dann gesagt, wenn sie nach hinten gehen, sehen sie die Großleinwand und sobald er da wieder spielt und wieder draußen ist, dann kommen sie einfach nochmal und das haben viele gemacht. Also wenn man so einen Tag im Zoo verbringt, hat man ja auch mehrere Stunden, dann kann man ja auch unser junges Zebra angucken beispielsweise, das ist ja auch eine Alternative und wir haben auch andere spannende Tiere, muss ja nicht nur der Eisbär sein, aber die meisten kommen halt im Moment und wollen auch den Kleinen sehen. Aber ich glaube genau das, was du jetzt gerade gesagt hast, dass wir viele andere schöne Tiere haben und auch wie der Fotograf das gesagt hat, eigentlich gibt es ja noch ganz andere richtig Besonderheiten bei uns im zoologischen Sinne und wenn wir durch den Eisbär so ein bisschen einen Schwung kriegen und in der Bugwelle dann die anderen Tiere auch mitnehmen können und zu den Leuten transportieren, dann haben wir auch in dem Bereich richtig was gewonnen. Haben Sie denn Zahlen jetzt, also seit Mittwoch ist er zu sehen, wie viele Menschen mehr seither gekommen sind? Das lässt sich nur ganz schwer vergleichen, weil wir ja nie eine Woche vergleichen können mit der Woche im vergangenen Jahr, da gibt es ja so viele Imponderabilien, wann liegen die Ferien, wie sieht das Wetter aus, ist es warm, kommt die Sonne raus, das heißt, das kann man einfach nicht von Woche zu Woche genauso vergleichen, aber ich würde schon sagen, so vom Gefühl her, ich war ja auch in der vergangenen Woche jeden Tag dann draußen auch an den Regentagen und habe geschaut und das sind so Tage, da wäre normalerweise morgens kaum was los gewesen und zumindest beim Eisbär war eigentlich immer was los und daran merkt man natürlich schon, da passiert ein bisschen was. Also ich will vielleicht eines sagen, wenn es regnet, dann ist es Eisbärwetter, also für die Eisbärfans, die wirklich längere Zeit den Eisbären beobachten wollen, dann kommen sie an Regentagen, weil dann können sie vor das Gehege stehen, da haben wir weniger Besucher und dann können sie auch eine Stunde vorne dran stehen und das gucken und im Eisbär macht das Regenwetter überhaupt nichts aus, also Regentag, Eisbärtag. Sie haben aber vorhin auch eine Zahl genannt, Herr Reinschmidt, ich glaube 3000 Besucher waren da. Wir hatten, wir haben ja gerade der Security-Dienst hat am Eingang immer die 50 abgezählt und hat dann auch aufgeschrieben, wie viele insgesamt da waren. Wir hatten etwa 3000 Besucher, die jetzt gestern am Sonntag den Eisbär gesehen haben. Also bei 3700 Gesamtbesucherzahl, 3000 Leute, die durch sind, da ist sicherlich der ein oder andere auch ein, zwei Mal dort gewesen, aber die meisten haben dann wohl auch den kleinen Eisbär sehen können. Nur, man muss es auch dazu sagen, wenn wir dann mal die richtig besucherstarken Frühlingstage bekommen, da muss man sich einfach drauf einstellen, wer da am Wochenende erst mittags kommt, der läuft dann schon Gefahr, dass er dann eben keine Chance mehr hat. Der sollte dann besser unter der Woche oder wenn er am Wochenende kommt, einfach sehr früh, dann kann er ihn sicherlich auch sehen. Ich will das vielleicht auch mal noch ein bisschen erklären, warum ist das so. Wir haben jetzt mehr oder weniger von 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr Besuchszeit bei unserem Eisbären, aber wir brauchen natürlich vorne und hinten nach auch noch ein bisschen Zeit für unsere Tierpfleger, für das Management der Eisbären, für das Füttern. Wenn Sie jetzt die Besucher sagen, okay, warum füttern Sie hinten drin? Das muss so sein, wir können nicht nur draußen füttern, wo die Besucher sind, sondern eben dann so gegen Viertel vor vier, vier werden die Eisbären eben drinnen gefüttert und dann können wir natürlich die Besucher nicht mehr vors Gehege lassen. Warum müssen wir die drinnen füttern? Damit die eben auch den Bezug zur Innenanlage haben, wo sie dann eben auch belohnt werden und entsprechend Futter kriegen. Wenn wir die nur draußen füttern, dann kommen die uns nicht mehr rein und wir müssen die aber immer mal wieder absperren können, damit wir auch das Außengehege sauber machen. Wenn die nicht zuverlässig nach drinnen gehen, weil sie denken, ich kriege ja draußen genug Futter, dann gehen die uns nicht mehr rein und dann können wir da nicht mehr säubern und deswegen ist das so in diesem Zeitrahmen festgelegt und ich denke, wer bis mittags in den Zoo kommt, der sieht den Eisbären, muss er halt sich anstellen, aber eben wenn man halt erst um drei oder halb vier kommt, dann ist es zu spät. Das heißt aber auch, dass dieses Zeitfenster so bleibt. Solange die Anlage abgesperrt ist, werden Sie das nur bis 15.30 Uhr halten? Ja, und das ist dann so, dass ich beispielsweise gestern 15.15 Uhr ans Ende der Schlange gestanden bin und dann hatten wir dann etwa noch eine Viertelstunde, bis das abgearbeitet war. Das war fünf nach halb, als die Schlange dann weg war und da sind noch viele Leute gekommen, denen ich einfach sagen musste, gehen Sie einfach an die Großleinwand, da können Sie das alles noch sehen, aber wir können jetzt eben den Zugang zum Eisbären eben nicht mehr leisten und haben die allermeisten auch eingesehen und ich habe sie vertröstet. Es gab natürlich auch ein paar, die es nicht eingesehen haben, aber konnten es trotzdem nicht sehen, aber da müssen sie halt wiederkommen. Wir kommunizieren natürlich überall, auch in den Medien, wann sind die Besuchszeiten für den Eisbär und da muss man sich dann schon dran halten. Können wir nochmal kurz sagen, 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Ist 15.30 Uhr, aber Sie müssen natürlich das so rechnen, 15.30 Uhr kann ich mich nicht an die Schlange anstellen und dann noch hoffen, dass ich noch rankomme. An Besucher-Schwachen-Tagen ist es vielleicht so, aber nicht an Tagen wie am Sonntag. Da war halt 15.15 Uhr dann das Ende der Schlange, die abgearbeitet ist, waren halt noch 150 Leute und dann ist es so gegen halb vier dann der Rest, weil viertel vor vier müssen dann die Pfleger schon eben wieder mit den Eisbären arbeiten. Und auch morgens können wir nicht früher aufmachen, weil morgens gehen die Pfleger ja auch immer noch mal über die Anlage, dafür müssen die Tiere erstmal reinkommen, die werden drinnen belohnt, dann wird der Schieber zugemacht, dann können die Tierpfleger auf die Anlage gehen und dann wird zum einen sauber gemacht, aber es wird ja auch jeden Tag eine neue Beschäftigung eingebracht, also die kriegen jeden Tag was Neues, um einfach die Reize hochzuhalten und das ist ja das, was beim Eisbären am wichtigsten ist, da geht's ja gar nicht drum, es geht hauptsächlich drum, dass die Tiere unheimlich viele Eindrücke haben, dass sie viel beschäftigt werden, dass ihnen nicht langweilig wird und genau das müssen wir außerhalb dieser Zeiten eben auch machen können und wenn wir jetzt einfach sagen, naja von morgens bis abends lassen wir einfach die Leute davor, naja könnten wir natürlich machen, aber dann sind auch die Zeiten davor, wo wir dann die Tiere drinnen haben, wo wir nach drinnen abgeschiebert haben und wo draußen dann nur die Tierpfleger sind, dann hätten wir zwar die Zeiten verlängert, aber dann würden die Leute nicht die Eisbären, sondern nur unser Tierpflegeteam sehen. Sie haben gerade dieses Enrichment angesprochen, dass die beiden Eisbären beschäftigt werden, letzte Woche hat man zum Beispiel gesehen, wie so eine Papprolle reingeworfen wurde, wo Salat drin war, den sie sich dann rausgeholt haben, vielleicht können Sie da noch mal ein, zwei Beispiele nennen, wie genau man die beiden beschäftigt? Also grundsätzlich ist es ja so, dass Beschäftigung dann funktioniert, wenn es immer wieder unterschiedliche Sachen sind. Kann man sich auch so ein bisschen bei Kindern von Menschen abschauen? Ja. Viele Spielsachen werden nach kurzer Zeit uninteressant oder werden erst dann wieder interessant, wenn die Kinder sie länger nicht mehr gesehen haben. Das stimmt. Aber bei Eisbären ist es noch extremer. Also wenn ich da irgendwas drin lasse zur Beschäftigung, dann ist das definitiv am zweiten Tag nicht mehr interessant. Wir haben zum Beispiel in der vergangenen Woche auch mal ganz viel Eis reingetan, also wie so künstlicher Schnee, klein gehacktes Eis, und dann darunter auch so Leckerlies versteckt, also Sachen, die sie besonders gerne fressen, und dann mussten die das da raussuchen. Und dann haben wir auch ein paar Kommentare auf Social Media gekriegt, ja warum macht ihr denn da nicht viel mehr rein, dass sich das länger hält? Aber ich war ja auch daneben gestanden, habe das Ganze auch gefilmt und fotografiert und die ganze Aktion der Bären in diesem Schnee und Eis hat nicht länger als eine Viertelstunde gedauert. Danach haben die da überhaupt kein Interesse mehr gehabt. Also das ist im Prinzip nur dieser kurze Moment, oh da ist was neu und dann entdecke ich da was drunter und dann suche ich das da raus. Und es ist nicht so, dass die Bären denken, oh ich brauche jetzt den ganzen Tag Eis, weil nur mal so als Beispiel, wir hatten ja diesen Winter relativ wenig Schnee. Im Jahr davor hatten wir mal vier Tage hintereinander in Karlsruhe Schnee, was ja in Karlsruhe wirklich sehr sehr selten vorkommt. Das stimmt. Frau Meier, wissen Sie, welches Tier wir in dieser Zeit am wenigsten draußen gesehen haben? Wenn Sie so fragen, vermutlich den Eisbär. Richtig, weil Eisbären können nämlich mit Kälte und Schnee sehr gut umgehen. Das heißt aber nicht, dass es besonders gerne mögen. Die Tiere sind einfach drinnen in den Innenanlagen geblieben und selbst mit Futter haben sie sich nicht rauslocken lassen. Ich habe einen einzigen Tag gehabt, wo ich mal Bilder vom Eisbär im Schnee machen konnte. Das war's. Das ist also nicht so, wie man es vermutet. Sobald er Schnee hat, stürzt er sich drauf. Ich habe jetzt auch gelernt, dass die sich im Sommer auch durchaus gerne mal in die Sonne legen, weil sie so anpassungsfähig sind. Das machen die auch gerne. Ein Eisbär in der Sonne, das widerspricht sich eigentlich aus den menschlichen Vorstellungen. Aber das sehen wir immer wieder, dass sie sich mitten auf die Steinplatte legen, alle vier von sich strecken und sich sonnen. Das macht ein Tier nicht, weil es ihm schlecht geht, sondern eben, weil es genießt. Und ein Tier geht immer nach seinen Bedürfnissen. Und wenn es ihm zu warm wird, dann ist es wie bei uns am Strand, dann gehen wir entweder in den Schatten oder ins Wasser und genauso macht es der Eisbär auch. Entweder verzieht er sich dann, wenn es zu warm wird, oder er geht in unser kühles Brunnenwasser. Wir haben ja auch das ganze Jahr dieses Brunnenwasser, was viel kühler ist als das normale Wasser. Und da können die sich immer abkühlen. Aber ich will noch eine kleine Ergänzung zum Spielverhalten zeigen. Ich habe jetzt zwei Tage da gestanden, habe alles immer beobachtet. Was macht der Kleine? Und am allermeisten hat er gespielt mit diesem Jute-Sack, der da drin war. Den hat er durchs ganze Gehege getragen, hat ihn dann auch ins Wasser geschmissen, hat ihn wieder rausgezogen und da war er also wirklich ganz intensiv mit beschäftigt. Das habe ich schon ein paar Mal gesehen. Dieser Jute-Sack, der ist irgendwie geil für ihn. Ist es nicht dieser Sack mit den Gewürzen drin? Da war, glaube ich, keine Gewürze drin. Das war, glaube ich, ein Stoßsack oder was da drin war vorher, aber das trägt er durchs Sack. Das ist wie so eine Kuscheldecke für Kinder. So habe ich mir das dann überlegt. Aber das, was Sie jetzt sagen, ist natürlich auch immer ein Fall. Das machen unsere Tierpfleger auch häufig, dass sie Gerüche in der Anlage verteilen. Und Eisbären sind Tiere, die unheimlich auf den Geruch gehen. Und wenn dann irgendwo ein frischer Geruch ist und das wurde auch schon mit Säcken gemacht, dann haben sie da ganz, ganz toll drauf reagiert. Aber auch da am zweiten Tag ist der Geruch dann einfach schon wieder normal und dann ist er wieder eben nicht mehr von Interesse. Also für mich war die größte Erkenntnis jetzt auch am Wochenende, dass diese Eisbären sich überhaupt nicht stören am Verhalten der Menschen. Zum einen, die Menschen verhalten sich relativ ruhig vor dem Gehege, die kommen da mit großer Erwartung hin. Und dann sehen sie den Kleinen. Dann gibt es vielleicht mal noch einen Juchzer oder gerade kleinere Kinder, aber dann gucken die und beobachten die. Und das ist das Schöne. Und die Eisbären sind überhaupt nicht irritiert. Die haben keinen Bezug zu den Menschen, die hinter der Glasscheibe stehen. Lassen sich auch nicht irritieren. Wir haben ja auch noch einen Absperrgitter, so einen Meter vorne dran, damit man auch nicht an die Scheibe klopfen kann. Und das ist sehr, sehr positiv. Und die Menschen lassen sich einfach faszinieren vom Verhalten Mutter, Kind. Und das ist viel spannender. Ich bin noch mal mehr froh, dass wir ihn nicht zur Handaufzucht rausgenommen haben. Das kam ja für mich auch gar nicht in Frage, aber es gab ja viele Anfragen, nehmt doch den raus, wenn einer tot ist, nehmt doch den anderen raus, dass er überlebt. Nein, das haben wir der Mutter überlassen. Und ich finde es einfach sehr, sehr viel schöner, wenn die Mutter mit dem Kleinen spielt und ihn betreut. Und das zu erleben, ist für die Besucher einen ganz anderen Wert, wie wenn jetzt ein Tierpfleger sitzt und mit dem Eisbär spielt. Das ist dann nett und tut nur wieder Begehrlichkeiten wecken, dass man auch gern so einen kleinen Eisbär knuddeln will. Ich bin so direkt daher, ich habe den kleinen Eisbären ja noch nicht angefasst, ich brauch's auch nicht. Ich beobachte diesen kleinen Eisbär da mit seiner Mama und ich kann Ihnen ehrlich sagen, man kann einem Zootier nichts Besseres bieten, wie eine Aufzucht von Jungtieren. Da sind die Tiere beschäftigt. Die Mutter von morgens bis abends in der Nacht noch spielt der Kleine und dann hat sie wieder ihre Ruhephase. Manchmal nervt es, wenn der Kleine auf ihr rumtollt, manchmal nicht. Ich habe den Eisbären noch nicht einmal hin- und herlaufen sehen. In der ganzen Zeit, wo er das Junge hat, hat er überhaupt keine Verhaltensauffälligkeiten. Nein, sein ganzer Fokus liegt auf dem kleinen Jungtier und das ist einfach toll. Wir können ja bei der Eisbärenhaltung wirklich nicht alles nachahmen, was draußen ist. Können wir nicht, wollen wir nicht, ist gar nicht möglich. Aber in dem Moment, wo es wirklich in die Jungtieraufzucht geht, da kommen wir ganz, ganz nahe dahin, was eigentlich für einen Eisbären natürlich ist. Da kommen die natürlichsten Sachen hervor und das Verhalten zu sehen, das ist wunderbar. Ich finde, man hat heute ein neues Video veröffentlicht, wie der Kleine das erste Mal ein bisschen baden geht. Noch nicht schwimmen, aber ins Wasser, taucht mit dem Kopf unter und das hat er sich erst nicht getraut, sieht man in diesem Video so schön und er sucht immer wieder die Nähe seiner Mutter. Das fand ich sehr rührend, weil das doch dieses starke Band zwischen den beiden deutlich gemacht hat. Auf der einen Seite ja, aber auf der anderen Seite fängt er mittlerweile auch an, mal richtig allein durch die Anlage zu pesen. Oder auch auf dem Video hat man ja gesehen, dann ist die Mutter schon wieder ein Stück zurückgegangen und er ist dann einfach nochmal wieder zurück ins Wasser. Also das fängt natürlich an, dass er jetzt auch immer mehr sich traut und immer ein Stückchen weiter geht und ausprobiert, was kann ich eigentlich. Und auch das zu beobachten, das finde ich wieder richtig schön. Aber eines, das traut er sich noch nicht, richtig schwimmen. Also er geht im Wasserbereich, in diesem, ich sage immer, Kleinkinderbereich, wo er noch stehen kann, wo er zwar auch mal den Kopf unter Wasser tut, aber eben noch nicht ins Tiefebecken, ins Schwimmerbecken sozusagen, sondern er ist im Nichtschwimmerbecken. Das ist ja ein Becken, aber eben da hat er einen festen Untergrund und das traut er sich noch nicht. Und ich bin gespannt, wann dieser Tag kommt, dass er zum ersten Mal so richtig dann da auch ins Tiefe geht und irgendwann in den nächsten Wochen, Monaten vielleicht, wir wissen es noch nicht, wann es passieren wird, wird er eben sein Spiel so erweitern, dass er dann auch einen Köpfer macht und rein springt und eben von draußen nach drinnen hopst und nicht mehr so vorsichtig jetzt reingeht, wie er es im Moment noch macht. Also das wird eine spannende Zeit werden. Ich war vorhin eben noch am Eisbärgehege und habe mich auch ein bisschen mit den Besuchern unterhalten, die übrigens auch alle nicht aus Karlsruhe kamen, und habe sie nach ihren Fragen gefragt, weil ich gesagt habe, ich treffe sie jetzt gleich beide und da möchte ich jetzt mal die erste Frage stellen und zwar möchte Iris Hossat aus Paris, also gebürtig aus Karlsruhe, war aber aus Paris zu Besuch, möchte gerne wissen, wie viele Stunden am Tag schläft denn der kleine Eisbär? Das können wir so genau gar nicht sagen, das sind nur subjektive Beobachtungen, die wir alle miteinander haben, aber was wir machen, wir zeichnen seit einer Woche, aber dann eben auch in der Folge, in den nächsten Wochen und Monaten mit drei Kameras alles auf. Und da werden wir eine Masterarbeit in der Biologie drüber laufen lassen und wir haben eine Studentin, die das sich als Arbeit ausgesucht hat und die wird auswerten, was für ein Aktivitätsprotokoll gibt es. Also gerade auch diese Einzelbeobachtung, dass die nachts auch spielen, im letzten Sonntag zwischen 10 und 1 Uhr nach drei Stunden, da war es stockdunkel, aber der Kleine hat gespielt, ist sogar ins Wasser gegangen und das sieht man mit den Infrarot-Kameras dann ganz gut. Sollte man sich nicht vorstellen, dass die da nachts auch aktiv sind. Ist mir klar, dass er auch am Tag schlafen muss, wenn er nachts solche Phasen hat. Und um das wissenschaftlich auszuwerten, haben wir jetzt diese Masterarbeit, die dann am Ende uns eine tolle Entwicklung auch des Verhaltens geben wird, vielleicht wie lange sind diese Aktivitätsphasen, wie lange sind Säugephasen, wie lange sind Fressphasen, Ruhephasen, alles so werden wir dann schön ausgewertet haben. Das, was wir jetzt sehen, sind nur subjektive Eindrücke. Aber interessant. Und das ist natürlich auch wieder so ein Punkt, der für uns als Zoos ganz wichtig ist. Wir können da auch einen Teil zur Forschung eben beitragen. Und so ist es bei ganz, ganz vielen Wildtieren, dass eben viele Erkenntnisse über das Tierverhalten eben auch aus den Zoos stammen, wo dann solche Daten auch gewonnen werden. Okay, eine andere Frage habe ich noch und zwar kommt die von Hanna Bauer. Hanna Bauer kommt aus Heidelberg und fragt, frisst er denn schon mit oder trinkt er nur? Er frisst schon mit. Er trinkt viel. Immer wieder hat er seine Trinkphasen gehabt. Es war auch gestern schön zu sehen, die eine Gruppe kriegt den Eisbären mitten im Spiel, die anderen am Wasser und die andere dann, wenn die Mutter in der Höhle sitzt, die sitzt ja zum Trinken, und dann eben der Kleine säugt. Und das ist natürlich auch toll. Es gab auch Gruppen, die haben eben den schlafenden Eisbär gesehen in der Höhle. Auch das war ein schöner Einblick, aber er säugt noch, aber er frisst so ein bisschen schon mit. Er probiert alles so ein bisschen, aber davon könnte er sich noch nicht ernähren. Was halt so rumliegt, mal so ein Lauch oder so, hat man dir mal erzählt? Ja, er guckt immer bei der Mama, was ist die und dann probiere ich das auch und so. Oder gerade diese Eisbomben, die da Timo vorhin angesprochen hat, da gibt es auch kleine Fische, da kann man auch mal dran. Aber wie viel er da aufnimmt, das kann man auch noch nicht messen. Also wir haben ja den Kleinen auch nicht mehr in der Hand gehabt seit der ersten Kontrolluntersuchung. Da war er bei 9,6 Kilo. Jetzt gehen die Schätzungen schon wieder auseinander. Der Timo meint, der ist viel schwerer, wie ich das meine. Ich denke, der ist 14, 15 Kilo, der Timo. Was hast du? Also ich könnte mir vorstellen, der ist schon doppelt so schwer wie damals, wo wir ihn draußen haben. Ist ja schließlich auch schon mehr als vier Wochen her. Und gerade, wenn man jetzt darüber spricht, was frisst er denn oder von was ernährt er sich hauptsächlich. Jetzt gehen wir mal davon aus, das ist vielleicht 70, 80 Prozent noch Muttermilch. Und die Muttermilch ist ja enorm fethaltig. Und genau das braucht er ja, um eigentlich in diesem schwierigen Terrain, in dem er ja ursprünglich lebt, möglichst schnell, möglichst groß zu werden. Und die Muttermilch ist ja genau darauf ausgelegt, schnell aufzubauen, schnell Gewicht zuzunehmen. Und dann könnte ich mir schon vorstellen, dass der schon 20 Kilo vielleicht sogar mehr hat. Ich glaube es nicht. Und wenn man dann auch sogar noch die Bilder vergleicht miteinander und im Größenvergleich mit der Mutter sieht, der hat schon richtig kräftig zugelegt und es ist auch toll zu sehen. Aber wir planen jetzt nicht nochmal zu wiegen, sondern die zweite Impfung, die es dann irgendwann geben wird, können wir auch mit dem Blasrohr setzen oder so. Das muss nicht unbedingt sein, dass wir ihn nochmal greifen. Also da sind wir mal wieder uneins, wir zwei, was das Gewicht des Kleinen anbelangt. Solange wir nur gar uneins sind, dann haben wir ja keine wirklichen Ärzte. Ich kenne jetzt kein anderes Feld, das uns da noch Uneinigkeit beschert. Aber eine Frage war dann auch von vielen gestern, die habe ich zwei, dreimal gestellt bekommen. Die Mutter sieht ja relativ dünn aus. Und dann muss ich natürlich immer sagen, die hat ja auch acht Wochen nichts gefressen oder sechs Wochen nichts gefressen. Die haben dann schon wieder angefangen. Aber in der Natur ist die ja drei Monate ohne Nahrung und das, was da Timo gerade gesagt hat, ist ja richtig eine sehr fetthaltige Milch und das geht alles aus den Reserven der Mutter. Und das muss die halt nach wie vor zur Verfügung stellen. Die soll froh sein, dass sie nur ein Junges hat, weil hätte sie zwei, wäre sie noch ziemlich ausgezerrt, obwohl sie natürlich wieder jetzt frisst und schon lange, viele Wochen wieder frisst. Aber sie ist doch nicht gerade fett. Das kann sie erst wieder in den nächsten Monaten auch aufbauen. Also wenn man die Weibchen in der Natur sieht, die nach drei, vier Monaten aus der Wurfhöhle rauskommen mit ein oder zwei Jungtieren, die sehen dann ganz anders aus. Die sind dann wirklich ausgezerrt. Die sehen für uns, für unsere Empfindenden aus wie ein völlig unterernährter Eisbär. Aber das gehört eben zu ihrem saisonalen Verhalten eben auch dazu. Das ist ganz normal. Die müssen eben über den Sommer und im Herbst sich unheimlich viel anfressen. Daher ist es ja eigentlich in der Natur auch so wichtig, dass das Packeis so früh kommt. Also gerade Tiere, die in Regionen leben, wo nicht immer Eis ist, die sind darauf angewiesen, zum Beispiel in der Hudson Bay, dass einfach irgendwann das Eis kommt und sie dann im Herbst eben noch auf dem Packeis die Möglichkeit haben, Robben zu fangen. Und diese Robben, die geben ihnen natürlich so enorm viel Kraft. Die machen sie in kurzer Zeit sehr dick. Und das Dick ist super positiv, weil sie brauchen das dann für die Jungtieraufzucht, um überhaupt so viel Energie zu haben, um die Jungtiere aufzuziehen und eben auch genügend Milch zu produzieren. Haben sie das nicht, kriegen sie die Jungtiere nicht durch und es wird auch für sie selbst kritisch. Also auch die Muttertiere können während der Jungtieraufzucht sterben, wenn sie vorher nicht genügend wirklich auf den Rippen haben. Ja. Okay. Danke für diesen Exkurs. Das war sehr interessant und auch die Informationen, die wir jetzt heute bekommen haben. Wir sind nämlich schon wieder am Ende mit unserer heutigen Folge. Es ging ja wieder schnell. Es ging so schnell. Hat aber auch viel Spaß gemacht. Mir auch. Ja, mir auch. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, lasst uns gerne ein Like da und aktiviert die Glocke, um keine Folge zu verpassen. Weitere Informationen rund um das Thema findet ihr in der Beschreibung. Herr Reinschmidt, wir sehen uns nächste Woche wieder. Tschüss. Sehr gerne. Tschüss Herr Deiple, vielen Dank. Sehr gerne. Tschüss.
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