Karlsruher Eisbär Mika als Botschafter für den Klimaschutz
Shownotes
In der neuen Episode "Karlsruher Eisbär Mika als Botschafter für den Klimaschutz" des Podcasts "Eis, Eis, Baby" der Badischen Neuesten Nachrichten dreht sich alles um den jungen Eisbären Mika im Zoo Karlsruhe.
Zoodirektor Matthias Reinschmidt und Zootierarzt Marco Roller berichten von den täglichen Herausforderungen und der Besucherorganisation rund um Mikas Gehege. Zudem werfen sie einen Blick auf die dramatische Lage der Eisbären in der Wildnis, die durch Klimawandel und Umweltgifte bedroht sind.
Erfahren Sie, wie der Zoo Karlsruhe mit Eisbär Mika als Botschafter auf die Bedeutung des Klimaschutzes aufmerksam macht und welche Rolle junge Generationen dabei spielen können.
Ein spannender Einblick in die Welt des Artenschutzes!
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Redaktion: Tina Mayer | Produktion: Lucas Pflaum
Transkript anzeigen
Hey und herzlich willkommen zu Eis-Eis-Baby, dem Eisbär-Podcast der Badischen Neuesten Nachrichten mit freundlicher Unterstützung der Volksbank Pur. Mein Name ist Tina Meyer, ich bin Redakteurin bei den Badischen Neuesten Nachrichten und heute wieder bei Zoodirektor Matthias Reinschmidt im Büro. Habt ihr Mika schon besucht? Über den kleinen Karlsruher Eisbären wollen wir heute natürlich sprechen, aber nicht nur. Gemeinsam mit Matthias Reinschmidt und Zootierarzt Marco Roller wollen wir außerdem darüber sprechen, wie es Mikas Artgenossen in der freien Wildbahn geht. Hallo Herr Reinschmidt, hallo Herr Roller. Hallo. Herr Reinschmidt, Sie haben gerade gesagt, Sie kommen von Ihrem täglichen Bärendienst im Zoo. Was genau müssen wir uns denn darunter vorstellen? Also wir haben seit dieser Woche einen Bärendienst eingerichtet, das heißt einer unserer Führungsmitarbeiter, der schaut einfach nach dem Rechten rund um die Bärenanlage. Weil das ist ja schon ein zusätzliches Besucheraufkommen, was wir haben. Wir leiten die Besucher in einem Besucherleitsystem. Und wir haben heute angefangen und der Chef hat sich gleich als erstes das eingetragen. Und wir haben das bisher immer am Wochenende gehabt, aber wir haben letzte Woche gesehen, wir brauchen das auch unter der Woche, dass einfach jemand Verantwortliches da ist. Und jetzt haben wir 15 Leute rausgesucht, die dafür verantwortlich sind. Also so mehr oder weniger zweimal im Monat kommt man dann dran. Jetzt habe ich heute Morgen einfach aufgeschlossen, die Schlösser aufgemacht, damit der Wachdienst dann eben seine Arbeit aufnehmen kann. Und dann haben wir den Spendentrichter rausgestellt. Wir haben noch so einen Spendentrichter für unser Polar Bear International Projekt. Da wollen wir natürlich auch ein bisschen Spenden sammeln und da kann man sein Münzgeld reinschmeißen. Den haben wir aufgestellt und einfach geguckt, dass alles sauber ist. Und jetzt läuft es eigentlich von alleine, nicht ganz von alleine, weil der Wachdienst gerade die Besucher regelt. Aber man schaut dann regelmäßig nach, wie sieht es aus, ist die Schlange nicht zu lang oder was auch immer. Und am Ende muss man natürlich auch wieder zumachen und das ist dann die Aufgabe, die am wenigsten erfreulich ist, weil es kommen immer wieder Leute, ach könnte ich nicht noch gucken. Aber wir haben ja unsere Besuchszeit bis 15.30 Uhr und das wollen wir auch einhalten, damit dann die Bären auch nochmal von den Pflegern gefüttert werden können, auch im Innenbereich. Und dann hat es sowieso keinen Wert, weil die Bären dann Backstage sind und eh nicht mehr einziehbar wären. Und dann hätten wir nur enttäuschte Besucher. Aber wir haben trotzdem noch die Großleinwand bis 18 Uhr abends offen und da kann jeder dann eben nachher nochmal schauen, wie es dem Bärchen geht. Das heißt, Sie haben heute Morgen auch die ersten Bärenbesucher begrüßt an der Anlage. Wie ist da die Stimmung immer so? Es waren genau 51, die in der Schlange gewartet haben. Also die haben wir dann auf einmal reingelassen und dann auch ein bisschen offen gelassen. Aber ganz schnell hat es sich gezeigt, schon eine halbe Stunde später, dass doch noch mehr Besucher kommen. Und dann haben wir wieder unseren Rhythmus aufgenommen. Aber das ist schon so ein kleiner Tipp, wenn man ein bisschen länger gucken will, dann sollte man gleich morgens um 9.30 Uhr da sein. Da kann es durchaus vorkommen, dass man dann auch mehr als fünf Minuten zu sehen bekommt. Wie war es denn jetzt am Wochenende? Jetzt war ja ein richtig schönes Wetter, Samstag und Sonntag. Sind Sie da überrannt worden von Besuchern? Ja, meine Kollegin, die Sandra Dullheugl, unsere Kuratorin, eine unserer beiden Kuratorinnen, die hatte Dienst und die hat ganz schön zu tun gehabt. Also da haben wir schon die Kapazität von 3600 Besuchern erreicht. Und mehr geht halt auch nicht in unserem System mit fünf Minuten. Und ab und zu gab es natürlich auch die Situation, dass der Bär im Innenbereich war und gar nicht sichtbar war. Dann geht man auch wieder raus und muss sich halt nochmal hinten anstellen. Aber man hat ja immer die Chance, eben auf der Großleinwand zu sehen, ist er gerade da und dann kann man sich ja anstellen und dann klappt es meistens. Gibt es da Unmut, wenn die Besucher den Kleinen dann doch nicht sehen und sich angestellt haben? Wir sehen viel Verständnis von unseren Besuchern. Wir kommunizieren natürlich das auch ganz offen überall, dass es ein Angebot ist. Aber dass wir den Tieren natürlich die freie Wahl lassen, dass sie eben im Außenbereich sein können, aber auch Backstage sich aufhalten können. Aber zu 90, über 90 Prozent des Tages ist die Mutter mit ihrem Kleinen eben draußen zu sehen. Und das gibt ganz viele freudige Gesichter. Das heißt, Ihr System, also Ihr Besuchssystem hat sich jetzt auch bewährt, würden Sie sagen? Unser System hat sich bewährt, so sehe ich das. Wir bessern immer wieder nach und ich bin mir sicher, wenn meine ganzen 14 anderen Kollegen, die diesen Bärendienst jetzt aufnehmen, da wird jeder noch ein bisschen was finden und wo man sagt, da könnte man noch ein bisschen verbessern. Und so auch mit unseren Besuchszeiten haben wir jetzt das alles aufgeschrieben, dass die Leute auch wissen, wann ist es eben fertig und wann beginnt es. Und da müssen wir einfach noch gucken, dass wir einfach vor allem die Besucherzufriedenheit dann entsprechend auch gewährleisten können. Sprechen wir immer viel über Mika und über die Eisbären im Zoo. Wir wollen jetzt auch mal gucken, wie es den Tieren in der freien Wildbahn so geht. Vielleicht deswegen die Frage an Sie, Herr Roller, als Zootierarzt, wie schätzen Sie die Lage ein von den Eisbären in der freien Natur? Also wenn man schaut, wie die Weltnaturschutzunion, die IUCN, die Eisbären einstuft als gefährdet und wenn man sich die Bestandszahlen anschaut, die geschätzt werden müssen, weil es einfach auch ein sehr harscher Lebensraum dort ist, wo nicht für jede Population Bestandserhebungen stattfinden können und man von einer Bestandszahl von um die 26.000 Tiere ausgeht, dann geht es dem Eisbär schlecht. Wenn man sich auch überlegt, mit was für Gefahren, mit was für Gefährdungen, mit was für Problemen diese Populationen zu kämpfen haben, dann ist es auf jeden Fall so, dass ich sagen würde, dass die Eisbären wirklich Tiere sind, die mit den großen Problemen unserer Zeit zu kämpfen haben. Die Klimakrise und die Artenkrise. Wo genau kommen die Eisbären denn vor? Überall in der freien Wildbahn? Die Eisbären kommen in den Regionen um den Nordpol vor. Das sind sechs Länder. Das ist Russland, das ist die USA, das ist Kanada, das ist Grönland, das ist Norwegen und Spitzbergen. Zu Norwegen gehören das Archipel eben in dieser arktischen Region und in diesem arktischen Becken geht man von 20 Subpopulationen aus, die eben diese 26.000 Eisbären beherbergen. Was genau muss ich mir unter so einer Subpopulation vorstellen? Wie unterscheiden diese Populationen sich voneinander? Das sind eben Populationen, die sich auf diesen Lebensraum angepasst haben. Diese Lebensräume dort oben unterscheiden sich. Das sind auch nicht alles die gleichen Regionen, sondern das sind auch unterschiedliche Ecoregionen. Da gibt es Bereiche mit dabei, gerade auch Bereiche, wo das Seeeis, das Packeis, auf das die Eisbären angewiesen sind, nicht das ganze Jahr über vorkommt, sondern sessional vorkommt. Deswegen ist zum Beispiel eine dieser Ecoregionen das sessionale Packeis. Das ist zum Beispiel die Region um die Hudson Bay in Kanada. Andere Regionen sind Regionen, wo wir über einen längeren Zeitraum, über Jahre hinweg, Seeeis haben, das dann von der Küste wegdriftet. Andere Regionen driften das Seeeis Richtung Küste. In anderen Regionen haben wir Seeeis, das zwischen verschiedenen Inseln, gerade im Norden von Kanada, dauerhaft auch besteht. Also es sind ganz unterschiedliche Lebensräume, die dann eben alle auch unterschiedlich mit den Problemen zu kämpfen haben. Dass sich das Klima erwärmt, das wir zum Beispiel in der Hudson Bay Jahre haben, wo wir sehen, dass die Eisbären immer weniger Zugang zu diesem Packeis haben, weil das Packeis viel, viel später im Jahr sich wieder bildet und sehr viel früher im Jahr wieder schmilzt. Das heißt, die Eisbären sind zum Beispiel in dieser Ecoregion gezwungen, viel, viel länger an Land zu bleiben und können deswegen auch nicht auf dem Packeis jagen. Das heißt, die durchleben eine ganz lange Zeit, wo die Tiere eben hungern und keine Nahrung finden, weil das ist das, warum der Eisbär sich auf das Packeis spezialisiert hat. Dort kann der Eisbär seine Nahrung suchen, seine Lauerjagd ausüben. Hauptsächlich sind das beim Eisbären die Ringelrobben und die Bartrobben und das kann er eben nicht, wenn wir kein Packeis haben. Darf ich jetzt gerade mal nachfragen? Ja. Marco, du sprichst von 20 Subpopulationen. Die Populationen sind isoliert voneinander oder haben die auch einen genetischen Austausch? Also die sind nicht komplett isoliert, aber manche Populationen, da kann ein genetischer Austausch stattfinden. Andere, die bleiben auch in dieser Population und beleben auch genau dann diesen Lebensraum, sind auf jeden Fall Subpopulationen, dass man sie abgrenzt, dass man sagt, die Population bleibt hauptsächlich eben in diesem Gebiet. Und wenn man sich jetzt anschaut, wie sich diese Populationen entwickelt haben, dann sagt die Polar Bear Specialist Group von der IUCN, dass es da eben verschiedene Entwicklungen geben kann. Für ganz viele dieser Subpopulationen wissen wir den Trend nicht, weil es einfach ganz schwer ist, da Daten zu erheben über eine Populationsentwicklung. Bei anderen stellen wir fest, dass die Population stabil ist und bei einigen stellen wir eben fest, dass die Population sehr stark abnimmt. Das heißt, die werden sich auf Dauer auch nicht alle halten können? Wenn man da die Studien sich genau anschaut, dann gibt es eben innerhalb dieser Ecoregionen drei Stück, die, wenn man sich die Klimamodelle anschaut und schaut, wie sich jetzt das Packeis in den letzten Jahrzehnten zurückgezogen hat und wie es sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahrzehnten zurückziehen wird, dass von diesen 20 Subpopulationen, von diesen Ecoregionen, die potenziell eben auch langfristigen einen guten Lebensraum für die Eisbären darstellen können, die immer weiter zurückgehen. Und wenn man mal 50 oder 100 Jahre weiterdenkt, nur sehr wenige dieser Subpopulationen eine realistische Überlebenschance haben. Wie ist es denn jetzt, weil Sie gerade vorhin auch das Beispiel Hudson Bay angesprochen haben, das ist ja, glaube ich, auch vielen Laien so ein Begriff, dass die Sommer immer länger eisfrei sind und die Eisbären dadurch weniger Nahrung finden. Bedeutet das dann auch, weil Sie sagten, die müssen an Land ihre Nahrung finden, dass die sich auch immer mehr in bevölkerte Gebiete vorwagen? Das ist ein großes Problem. Es kommt zu einem steigenden Mensch-Tier-Konflikt für die Eisbären. Aber das größere Problem, dass sie eben keine Nahrung finden oder nicht genug Nahrung finden. Sie müssen sich auf andere Nahrungsquellen spezialisieren, fokussieren. Das ist oftmals dann eben auch so eine Entwicklung hin zum Kulturfolger. Das heißt, die kommen immer näher an Siedlungen ran. Dadurch entsteht ein Mensch-Tier-Konflikt, weil den Eisbären der direkten Nachbarschaft, den möchte man nicht unbedingt. Das hat zur Folge, dass diese Population, wenn die immer gezwungen ist, immer längere Zeiträume im Jahr an Land zu bleiben. Dieses Jahr war es so schlimm wie noch nie. Das waren über 180 Tage, wo eisfrei waren in diesen Regionen der Hatzenbäu. Dann reicht es einfach nicht, um dieser Sessionalität der Eisbären gerecht zu werden. Nämlich als sessionale Tiere auch im jahreszeitlichen Verlauf sich eine Fettschicht anzufressen. Das heißt, die weiblichen Tiere werden immer leichter. Die können überhaupt nicht mehr richtig Energie aufnehmen, die sie dann in eine Trächtigkeit und vor allem in eine Jungtieraufzucht investieren können. Das heißt, die Weibchen bleiben immer kleiner, die werden immer kleiner, die haben deutlich weniger Gewicht. Und dahingehend ist auch die Jungtieraufzucht viel schlechter. Die gebotenen Raten gehen runter und die tatsächlichen Raten, wie viele Jungtiere dann auch überleben, die gehen auch nach unten. Das heißt, da gibt es Probleme in der Reproduktion, in der Fertilität von solchen Populationen. Und es gibt ja diese Reproduktionsprobleme auch bei den Männchen. Weil die Eisbärmännchen oder die Eisbären generell sind Super-Predatoren. Das bedeutet, sie stehen oben in der Nahrungskette, nehmen dadurch aber auch gerade Giftstoffe auf, habe ich jetzt gelernt. Vielleicht können Sie das noch ein bisschen wissenschaftlicher erklären. Genau, die Eisbären sind sogenannte Apex-Predatoren. Die stehen an der Spitze der Nahrungskette. Zusammen mit vielleicht noch den Orca-Walen, den Killer-Walen und nehmen dort, ich habe es gerade schon gesagt, bei den Fallen der Eisbären eben hauptsächlich Bart- und Ringelrobben auf. Diese Bart- und Ringelrobben nehmen wiederum sehr viele Fische auf. Und in diesen Fischen akkumulieren sich ganz viele Giftstoffe, die wir in den letzten Jahrzehnten, Jahrhunderten verwendet haben, produziert haben. Dazu zählen zum Beispiel die PCBs, Polychlorierte Bifenyle, die in irgendwelchen Kondensatoren verbaut wurden, die in den 70er, 80er Jahren verwendet wurden, die sich eben im Gewässer ansammeln, über die Fische aufgenommen werden, über die Fische in die Robben gelangen und über die Robben dann auch sehr fettreiche Tiere mit einer dicken Speckschicht, wo sich diese Giftstoffe auch anlagern können, dann eben von den Eisbären aufgenommen werden. Und auch das führt zum Beispiel dazu, dass das gesundheitliche Probleme verursacht. Das sehen wir bei diesen Apex-Predatoren, bei den Orcas und bei den Eisbären ganz speziell. Und da gibt es ganz spannende Studien dazu, wie sich so ein hoher Gehalt an PCBs auswirken kann. Bei den Eisbären hat man zum Beispiel in einer Studie, die 2015 erschienen ist, festgestellt, dass diese hohen PCB-Werte die Knochendichte heruntersetzen. Und bei den Eisbären, wir haben es bei Mika bei der Geschlechtsbestimmung gelernt, haben einen Penisknochen. Und diese Forscher haben herausgefunden, dass die Knochendichte des Penisknochen abnimmt durch diesen hohen Gehalt an diesen PCBs, durch diese Umweltgifte. Und deswegen die Reproduktion auch darunter leider, dass der Penisknochen bei den Eisbären eben brechen kann, weil die Knochendichte durch die Umweltgifte abnimmt. Und die dadurch nicht mehr zeugungsfähig sind. Zumindest ist das ein Punkt, der eben dazu führt, dass die Reproduktion bei den Eisbären zurückgeht. Alles immer menschliche Einflüsse, muss man das schon ganz klar so sagen. Da wollen wir jetzt auch nochmal sagen, der Mika soll für Sie ja auch eine Art Botschaftertier sein, um eben auch auf diese Missstände hinzuweisen. Wie genau machen Sie das? Absolut. Wir haben verschiedene Informationstafeln über den ganzen Park verteilt vom Eingang Süd bis zur Eisbärenanlage. Einfach um kurzprägnant auf die Probleme der Eisbären auch aufmerksam zu machen. Und einfach diesen jungen, schönen, netten, goldigen oder wie immer man ihn nennen will, Eisbären zu verbinden mit dem Thema Klimakrise, Klimawandel. Und für mich ist immer ganz klar der Satz, wenn ihr in 100 Jahren noch so goldige Eisbären wollt, dann müsst ihr einfach was gegen den Klimawandel tun. Denn sonst ist der Lebensraum, so wie Marco das auch beschreibt, natürlich auch dann weg und damit auch die Lebensgrundlage für die Eisbären. Vielleicht werden wir dann noch ein paar Eisbären in den Zoos haben, aber es sollte ja nicht so sein, dass wir die Eisbären nur im Zoo halten, um sie zu halten. Sondern unser Anspruch ist ganz klar, die Tiere zu erhalten. So auch im Zoo zu erhalten, dass, wenn es notwendig werden würde, mal wieder Tiere auszuwildern, die dann auch zur Verfügung stellen können. Und für uns ist ganz klar der Biotop und der Lebensraumschutz das oberste Ziel. Was genau macht der Zoo Karlsruhe da? Also wir haben uns vor ein paar Jahren als Kooperationspartner von Polar Bear International eingeschrieben und unterstützen die finanziell. Und jetzt natürlich, seit wir den Kleinen haben, können wir das auch noch sehr viel stärker machen. Wir propagieren das auch überall und freuen uns auch über jede Spende, die wir bekommen, dass wir einfach da eine gewisse Summe zusammen kriegen. Dass man eben diese Organisation, die sich mit dem Erhalt und den Lebensräumen, aber auch mit der Erforschung der Eisbären beschäftigt. Und einfach um noch mehr Erkenntnisse zu bekommen, um dann eben auch Ansatzpunkte für den Erhalt der Eisbären zu bekommen. Und das sehen wir als großen Beitrag von uns dann. Jetzt haben wir auch gelernt in den letzten Folgen, Herr Rollert, dass die Eisbären aber auch sehr anpassungsfähig sind an ihre neuen Lebensräume. Die Frage ist, sind die schnell genug, dass sie sich da so schnell anpassen können? Das wird sich zeigen und es wird sich auch zeigen, inwiefern wir ihnen die Möglichkeit geben, sich anzupassen. In Regionen, wo wir Eisbärenpopulationen haben, die sich versuchen anzupassen und es dadurch zu steigenden Mensch-Tier-Konflikten kommen kann, da wird es natürlich gefährlich. Da muss man dann auch einfach sehen, dass ein Leben in einer Region, wo die Eisbären vorkommen und wo die Eisbären dann auch immer näher an die Siedlungen herankommen, dass das einfach auch eine große Gefahr ist. Und da braucht man dann eben auch Organisationen wie Polar Bears International, die dann auch dafür sorgen, dass die Leute darüber informiert werden. Dass Forschung gemacht wird, wie man vielleicht, und das macht PBI, wo man schaut, dass man Frühwarnsysteme etabliert. Dass man schaut, wo befindet sich ein Eisbär, gerade ist in der Nähe der Siedlungen ein Eisbär und kann so ein Alarmsystem dann frühzeitig eben Bescheid geben, dass man solche Gefahrensituationen ausblendet. Andere Populationen von Eisbären, die sich auf alternative Nahrungsquellen fokussieren, da wird sich zeigen, inwiefern der Eisbär auch angepasst ist. Wenn wir jetzt Populationen haben, die sich stark auf Wahlkadaver zum Beispiel spezialisieren. Wenn wir Populationen haben, die sich auf eine Rentierjagd spezialisieren, aus einem klassischen Lauerjäger, wie es der Eisbär ist, ein Agilitätsjäger wird, der einem Rentier hinterherjagen muss. Dann wird es spannend, inwiefern sich die Population da auf Dauer anpassen kann. Was wir heute schon sehen, gerade auf den Inseln nördlich von Kamtschatka, dass sich diese Eisbären dann eben auch um alternative Nahrungsquellen versammeln. Das heißt, da gibt es ein ganz bekanntes Bild, das war glaube ich in National Geographic auf einem Bild, über 200 Eisbären, die um einen Wahlkadaver herumlaufen. Und wenn man weiß, dass Eisbären Einzelgänger sind, dass Mütter ihre Jungtiere eigentlich von fremden Männchen oder von Männchen allgemein fernhalten, und man dann ein Bild sieht, wo zahllose Eisbären, Mütter mit Jungtiere, adulte Männchen einen Wahlkadaver aufsuchen, um daran zu fressen, dann merkt man, wie schlimm so eine Population stehen muss. Wie krass das eigentlich von der Art sein muss, dass sie sich trotzdem zu diesem Wahlkadaver bewegt und dort frisst. Ganz abgesehen davon, dass sowas natürlich auch immer die Gefahr von Infantizid verursacht, dass adulte Männchen Jungtiere töten. Und auf der anderen Seite, auch wenn so viele Tiere zusammen sind, auch ein Crowding-Effekt stattfindet und es zu einem Krankheitsausbruch kommen kann. Wenn da Tiere krank sind, dann besteht da bei so einer Ansammlung natürlich auch immer eine große Gefahr, dass Krankheiten ausbrechen oder Krankheiten entstehen können. Und genau auf all dieses wollen Sie ja auch immer hinweisen, Herr Reinschmidt. Ich habe es gerade gesehen, Sie haben da einen Brief neben sich liegen, der uns zeigt, dass schon die Kleinsten in der Gesellschaft sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Was haben Sie da bekommen? Ich habe heute Morgen von der Klasse 2b der Riedschule in Karlsruhe-Rübhur einen wunderbaren Brief bekommen. Und da sehen wir auch, dass diese Themen ankommen, auch bei den Kindern, bei den Jugendlichen. Denn die Klasse hat unseren Eisbär schon besucht und das Thema Klimawandel beschäftigt sie. Und sie fragen uns jetzt an, was können wir tun als Klasse, dass wir eben den Eisbären helfen können. Jeder Einzelne hat ein Bild gemalt und hat dann eben auch noch eine Botschaft dazu geschrieben. Wir wollen den Eisbären helfen. Das ist wunderbar, dass wir dann auch wirklich den direkten Effekt sehen. Weil so oftmals heißt, ein Zoobesuch, der bringt nicht viel. Aber genau da sehen wir und das ist jetzt nur ein Einzelbeispiel von heute. Ich kriege jede Woche unzählige Briefe, E-Mails und alles Mögliche zugeschickt. Die Menschen sind einfach sensibilisiert auf das Thema Eisbären. Es sind natürlich solche dabei, die den einfach nur goldig und nett finden. Klar, das ist in Ordnung. Aber es sind auch wirklich viele dabei, die das hinterfragen. Und vor allem Schulklassen nehmen sich diesem Thema an. Und wenn sich die junge Generation zumindest mit diesem Thema schon mal beschäftigt, dann haben wir schon was gewonnen. Was würden Sie dem jetzt antworten? Also was kann tatsächlich so eine Schulklasse ganz konkret tun, um etwas für den Artenschutz beizutragen? Da müssen wir natürlich jetzt denen auch ein Angebot machen. Wir sehen natürlich jetzt gerade diese Möglichkeit, über PolarBear International auch direkt den Eisbären zu helfen. Und was immer sie sich einfallen lassen, vielleicht ein paar Spenden zu sammeln und dann auch direkt für die Eisbären das zu geben, das wäre eine Möglichkeit. Ja, sehr schön. Die Herren, das war ein sehr interessantes Gespräch. Ich schaue gerade auf die Uhr. Sind wir schon wieder am Ende? Das geht so schnell rum mit Ihnen, Frau Meier. Ja, wir müssen das auf jeden Fall fortführen. Das ist auch ein weites Feld und ein spannendes Thema und dem kann man so schnell gar nicht gerecht werden wahrscheinlich. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wir hoffen, dass es euch auch gefallen hat und euch interessiert hat. Lasst uns gerne ein Like da und aktiviert die Glocke, um keine Folge zu verpassen. Weitere Informationen rund um das Thema findet ihr in der Beschreibung. Wenn ihr Fragen an Herrn Reinschmidt hat, könnt ihr uns diese gerne zuschicken unter podcast.bnn.de. Herr Reinschmidt, wir sehen uns nächste Woche wieder. Auf jeden Fall. Vielen Dank. Gerne. Vielen Dank auch Herr Roller und bis bald. Sehr gerne, bis bald. Tschüss. Tschüss.
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